Schlangengöttin

Erstarrte Haut, zu eng geworden,
kann nicht atmen, schnürt die Brust.
Plötzlich ein Riß, ein zweiter noch
Und aus der Tiefe zieht ein Klang
Zum Herzen hin und bricht hervor
Und trägt davon die Schuppenfetzen.

Schlangenhaut jetzt weich und feucht
Läßt die Welt zum Kind hinein.
Von der Gefangenschaft befreit
Gähnt leis' das Wesen und bewegt sich
Schwingt sachte und dann immer schneller
Nimmt sich Raum und jubelt laut.

Viele Schlangen tanzen plötzlich
Und finden sich im Klang vereint,
Dem Ton der Freude, Kraft und Segen.
Die Erde neigt den Gaben sich entgegen
Und feiert mit das Fest der Schöpfung.
Göttlicher Moment, lebendige Gestalt -
Und wieder Klang nun.
leises Schwingen,
Ruhe und summende Stille.

Ingrid Abel

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