Kapitulation Krankheit? Kriegssprache in der Medizin

Barrikaden, Invasoren, Abwehragenten, Luftangriffe und Killerzellen
Sprache bildet Realität und Realität schafft Sprache. Unter diesem Aspekt werden die Begriffe der Medizin untersucht. Das Ergebnis: die Sprache der Medizin ist identisch mit der eines Armeekommandanten.

In der gesamten westlichen Medizin und demzufolge in der Fachliteratur, an den Schulen, in der allgemeinen Presse und damit auch im Allgemeinbewußtsein ist das Immunsystem der Pegel der Gesundheit des Menschen. Ein gesundes und starkes Immunsystem schützt den Menschen vor äußeren Eindringlingen und hält ihn dadurch gesund. Es hat die Aufgabe, alle körperfeindlichen und -fremden Substanzen zu eliminieren bzw. zu vernichten, da sonst die große Gefahr besteht, daß das Immunsystem bzw. der Körper dadurch beschädigt und damit funktionsunfähig oder vernichtet wird.

Das Immunsystem wird als "Die Streitmacht des Körpers" betrachtet und verglichen mit einer Armee ohne kommandierendem General. Dieser Ausspruch verdeutlicht die Dichotomie der ganzen Ideologie: eine Armee ist grundsätzlich hierarchisch aufgebaut und kann ohne Kommandant nicht reagieren bzw. kämpfen. Das Immunsystem besteht aus einem Arsenal von chemischen Substanzen und Zellen, die unterschiedliche Strategien anwenden, um mit einer ganzen Palette von Feinden fertig zu werden. Einige dieser Abwehrexperten greifen alles und jedes an, während andere auf besondere Angriffsziele spezialisiert sind." Die Erkenntnisse über das Immunsystem sind neu und man weiß heute, daß man "ein Heer von Inspektoren, Erkennungsdienstlern, Kurieren und andere (hat), die sich alle einer einzigen Aufgabe verschrieben haben: der Verteidigung des "Selbst" - jener Komponenten eines Menschen, die vom Immunsystem als körpereigen erkannt werden." (Time Life) Diese Ausdrucksweise entspricht fast wörtlich der Ausdrucksweise eines Verteidigungsministers, dessen Land sich mitten im Krieg befindet und die Wirkungsweise der militärischen Abwehrorganisation seines Landes beschreibt. "Außer Kundschaftern und Soldaten gehören zur Streitmacht des Körpers auch Züge von Zellen, deren Aufgabe es ist, sich an ehemalige Schlachten zu erinnern; somit können sie schnell zu einem zweiten Angriff blasen, sollte ein alter Feind zurückkehren." Der Körper ist mit einem "Marker versehen", "der Selbst oder Fremd" signalisiert und dadurch entscheiden kann, was angegriffen werden muß oder nicht.

Die erste "Verteidigungslinie" sind die "Barrieren", die verhindern, daß "potentielle Invasoren" und "Fremdmaterial" nicht in den Körper eindringen können: "Der eigentliche Panzer des menschlichen Körpers ist die Haut”, “die eine unüberwindliche Barriere für zahlreiche Arten von Invasionen darstellt”. Die "Barrieren" des Körpers setzen dann "vielerlei Abschirmtechniken ein und arbeiten mit anderen Abwehragenten zusammen". Auf den folgenden Seiten werden dann die "Abschirmtechniken" als "wirkungsvolle Barrikade" beschrieben. "Die erste Verteidigungslinie verbarrikadiert Invasoren nicht nur den Weg in den Körper, sondern sorgt auch dafür, daß Krankheitskeime entweder entfernt oder zerstört werden."

Die Phagozyten, eine Untergruppe der weißen Blutzellen, allgemein als die Polizisten des Körpers bezeichnet, werden hier die "gefräßigen Leibwächter" genannt, sie "sorgen für Ordnung, greifen Invasoren an und vernichten sie, rufen Hilfe herbei und entfernen Überreste. Ihr Verfahren, Unwillkommenes zu eliminieren, ist einfach, aber dramatisch: Sie vertilgen es." Vertilgen können die weißen Blutkörperchen jedoch nur Bakterien und nicht Viren, die nur ein paar Millionstel eines Millimeters umfassen und mit einem herkömmlichen Mikroskop nicht erkennbar sind. Die weißen Blutzellen, hier Leukozyten genannt, sind "für den Kampf gerüstet", um ihre Arbeit im Körper als Patrouille zu leisten.

Die Thymusdrüse wird als Trainingsort verstanden, in dem angelockte Prä-T-Zellen einen "harten Drill" zur Reifung unterlaufen müssen, um ihren Aufgaben zur Verteidigung gerecht zu werden. Diese “unreifen Immunzellen” werden dort zu reifen für die Verteidigung notwendigen T-Zellen geschult, um dann als eine der zentralen “Waffen” des Immunsystems “Angreifer” vernichten zu können. Weiterhin gehören “zu den vielseitigsten Verteidigungswaffen des Immunsystems die B-Zellen. Ihre Schlagkraft verdanken sie Y-förmigen Proteinen auf ihrer Zelloberfläche, den sogenannten Rezeptoren. Mit ihrer Hilfe erkennen sie eine Vielzahl von Feinden”. Wenn ein “Feind” erkannt worden ist, löst dies in der B-Zelle eine Massenproduktion von Antikörpern aus. “Ein Angreifer, der in die Haut eindringt, wird von einem Antikörper in Empfang genommen; beide verbinden sich zu einem sogenannten Antigen-Antikörper-Komplex.” Er setzt dann eine Reihe molekularer Reaktionen in Bewegung, die verschiedene Aufgaben wahrnehmen. Die wichtigste ist “Rekrutierung” der gefräßigen weißen Blutkörperchen, die dann die angreifenden Fremdstoffe (Antigene) verschlingen. Time Life z. B. beschreibt unter den mehr als 30 Kapitelüberschriften, wie “Alter Feind, neue Waffen”, “Eine Killerzelletriumphiert”, “Wirkungsvolle Barrikade”, “Für den Kampf gerüstet”, “Harter Drill für angehende Zellen”, “Erlernte Verteidigung”, “Schlagkraft der B-Zellen”, “Der Ruf zu den Waffen”, “Großalarm”, “Anarchisten auf der Spur”, “Eine Zelle desertiert”, “Strategie der Tarnung und Täuschung”, “Helfer-Zellen als Verstärkung”, “Zweigleisige Attacke”, “Verteidigung bei Luftangriffen” auf 95 Seiten, wie verschiedene Teile des Körpers sich gegen die “Angreifer” von außen wehren und welche Strategien sie dabei verwenden.

Time Life ist leider nicht die unrühmliche Ausnahme, sondern nur ein Paradebeispiel für die allgemein verwendete Kriegssprache der westlichen Medizin. Die Kriegssprache ist die Sprache der Lehrbücher: “Atlas of Anatomy” (1994), “Encyclopedia of the Human Body” (1992) sprechen vom “Verteidigungsmechanismus des Körpers” und der “bakteriellen Invasion”. Auch der dtv-Atlas der Physiologie (1996) spricht von einer dauernden “Bedrohung des Körpers durch infektiöse Mikroben aus der Umwelt”, gegen die sich der Körper wehren muß und “immun” zu werden hat, um nicht krank zu werden. Auch hier folgen dann viele Seiten, in denen ausführlich die Abwehrstrategien des Körpers beschrieben werden. Die Sprache und Inhalt sind in allen Büchern fast identisch.

In all diesen Texten geht es um das Besiegen und damit Vernichten des äußeren Feindes. Der Begriff Besiegen beinhaltet immer, daß eine Partei dem Kampfe unterlegen ist. Der Begriff Gewinnen kann sich in der Militärsprache nur auf eine Schlacht beziehen und Siegen auf den ganzen Krieg, während im allgemeinen Sprachgebrauch gewinnen ein gleichberechtigter Prozeß sein kann, bei dem beide oder mehrere Parteien gewinnen und der nicht unbedingt die Vernichtung des Gegenübers als Ziel hat.

Die alltägliche Erfahrung in den Krankenhäusern und die Art und Weise wie die Menschen dort behandelt werden, spiegelt das Menschen- und Körperbild der Mediziner wider. Das Pflegepersonal in den Krankenhäusern ist nur zu vertraut mit Redewendungen, daß z.B. ein Patient, der unruhig ist, mit Beruhigungs-mitteln “abgeschossen wird”, um ihn ruhig zustellen. Die Unzufriedenheit und Hilflosigkeit der Menschen im Krankheitsfalle und vor allem in Kranken-häusern wird immer wieder in Zeitungen, Magazinen und Fernsehberichterstattungen aufgegriffen. Der Vertrauensverlust der Bevölkerung in die Medizin, vor allem aber auch in die Mediziner, vergrößert sich ständig. In der Regel wird dafür die Technisierung und damit die Entmenschlichung der Medizin verantwortlich gemacht. Die Sprache und das dahinterliegende Bewußtsein der modernen Medizin als solche wird jedoch nicht angesprochen.

Die Sprache der Medizin beschreibt den täglichen Kampf, den der Körper auf den Schlachtfeldern des täglichen Lebens zu führen und zu gewinnen hat. Das konzeptionelle Denken dahinter ist die Feldherrenmentalität - nach dem Motto kämpfe, gewinne und siege - (Cäsar: Ich kam, sah und siegte. Veni, Vedi, Vici) und spiegelt zum anderen die Arroganz des Menschen wider, der immer noch meint, daß er der Auserwählte in der Schöpfung ist und damit anderen Lebewesen überlegen.

Wenn wir davon ausgehen, daß Sprache Realität schafft und den Kreis noch weiter ziehen, daß auf der tiefsten Stufe die Gedanken die Sprache schaffen, dann geht es vor allem darum, das Problem an den Wurzeln zu fassen, nicht an ihrer Erscheinungsform, der Technik. Sprache schafft Realität und eine sich entwickelnde Sprache spiegelt Gedanken und damit Bewußtseinsformen wider. Auf der anderen Seite werden mit der Geburt in eine Muttersprache Gedankenmuster geschaffen, die bestimmen, wie wir die Umwelt wahrnehmen. Veränderungen beginnen mit veränderten Wahrnehmungen, der eine veränderte Sprache folgt. Eine neue Form der Aufklärung ist notwendig, um das Bewußtsein der in der Medizin Lehrenden, Studierenden sowie Praktizierenden und gleichzeitig das Bewußtsein der Bevölkerung zu ändern. Dadurch wird auch sich änderndes Bewußtsein gestärkt, damit die Menschen ihre Bedürfnisse und Interessen im “Schlachtfeld” Krankenhaus durchsetzen können.

Auch alternative Ansätze, wie z.B. Thorwald Detlefsen, dessen Bücher und Theorien weit verbreitet sind, sind in den Fallstricken ihrer Kultur und ihres Unbewußten gefangen. In seinem Buch “Krankheit als Weg” beschreibt er z.B. die Ursachen der Allergie, eine unserer großen Volkskrankheiten, an der ca. 70% ? der Bevölkerung leiden, folgendermaßen: “Allergie .... ist eine Überreaktion auf einen als feindlich erkannten Stoff. Bezogen auf die Überlebensfähigkeit des Körpers hat das körpereigene Abwehrsystem durchaus seine Berechtigung. Das Immunsystem bildet Antikörper gegen die Allergene und entspricht damit einer - körperlich gesehen - sinnvollen Verteidigung gegen feindliche Eindringlinge. Beim Allergiker wird diese an sich sinnvolle Verteidigung maßlos überzogen. Er baut eine Hochrüstung auf und dehnt sein Feindbild auf immer mehr Bereiche aus. Immer mehr Stoffe werden zum Feind erklärt, und deshalb wird immer stärker gerüstet, um diesen vielen Feinden wirkungsvoll begegnen zu können. Doch wie im militärischen Bereich Hochrüstung immer ein Zeichen starker Aggressivität ist, so ist auch die Allergie Ausdruck starker Abwehr und Aggressivität, die in den Körper verdrängt wurde. ... Bei der Allergie ist die Aggression aus dem Bewußtsein in den Körper gestürzt und tobt sich nun hier aus: Es wird nach Herzenslust verteidigt und angegriffen, gekämpft und gesiegt. Damit diese lustvolle Beschäftigung nicht zu schnell mangels Feinden ein Ende findet, werden harmlose Objekte zum Feind erklärt: Blütenpollen, Katzen- oder Pferdehaare, Staub ......... Ja, in dieser Tyrannei über die Umwelt findet der Allergiker ein gut getarntes Betätigungsfeld, um seine verdrängten Aggressionen unerkannt zu verwirklichen. .........So ist auch kaum erstaunlich, daß sich die Allergie in manchen Fällen bis zu lebensbedrohlichen Autoaggressionskrankheiten steigern kann, in denen der Körper von ach! so sanften Menschen wilde Schlachten liefert, bis er daran selbst zugrunde geht. Dann hat das Wehren, das Sich-Anschließen und Sich-Abkapseln eine höchste Form erreicht, die ihre Erfüllung im Sarg findet - eine echte, allergenfreie Kammer ......” Auch dieser Text ist nicht die Ausnahme, sein Inhalt steht symptomatisch für die psychosomatischen Ansätze. Hier wird das Feindbild und die Kriegssprache lediglich psychologisch begründet und damit verfeinert. Das dahinterliegende Verständnis von Krankheit als dem Feind an sich, ist unverändert. Für den Betroffenen schafft dieser verfeinerte Ansatz ein noch undurchsichtigeres Energiefeld, aus dem es weit mühevoller ist, den feingestrickten Schlingen zu entkommen, um seinen eigenen Weg zu finden.

Obwohl der Zusammenhang zwischen Bewußtsein, Lebensformen und Krankheit auch in der Psychoneuroimmunologie inzwischen erkannt wird und eine neue Disziplin geschaffen hat, und auch die Erkenntnisse amerikanischer Verhaltensforscher, daß “Sprache Realität” erzeugt, immer mal wieder diskutiert wird und wie bei Gesundheitsprogrammen auf die angewandte Sprache der Schwerkranken geachtet wird und versucht wird, eine negative Ausdrucksweise in Bezug auf sich selber und/oder die Krankheit zu verändern, ist die Kriegssprache doch immer noch Alltag in unseren Krankenhäusern, Praxen etc.

Diese Erkenntnisse werden jedoch überhaupt nicht auf das Thema “Sprache in der Medizin” und die Realität, die diese Sprache im Bewußtsein der Bevölkerung und insbesondere im medizinischen Alltag von Arztpraxen und Krankenhäusern schafft, angewandt. Verschiedene Studien an amerikanischen Universitäten beschäftigen sich mit den Themen von optimistischer bzw. pessimistischer Grundhaltungen, die entweder krankheitsfördernd oder krankheitsvermeidend sind sowie mit der Grundhaltung der “erlernten Hilflosigkeit”, eine Verhaltensweise, die deutlich physiologische Konsequenzen auf das Immunsystem hat. “Erlernte Hilflosigkeit wirkt sich bis auf die zelluläre Ebene aus und verleiht dem Immunsystem eine stärkere Passivität” und damit sind diese Menschen insgesamt anfälliger für Krankheiten, während optimistische Menschen nicht bereit sind, “sich in Hilflosigkeit zu flüchten”. Verschiedene Einrichtungen in den USA haben Trainingsprogramme entwickelt, daß pessimistischen Menschen eine optimistische Einstellung erlernen können.

Viele medizinische Bücher und Untersuchungen beschäftigen sich mit dem Problem der Compliance, der Mitarbeit des Patienten und es wird weltweit über eine abnehmende Compliance berichtet. Das bedeutet zunächst, daß die Patienten insgesamt weniger Vertrauen zu dem ärztlichen Können und ihren Methoden haben. Auf einer tieferen Ebene bedeutet dies aber, daß die Bewußtseinsstrukturen von Ärzten und Patienten mehr und mehr auseinanderklaffen. Patienten wenden sich mehr und mehr alternativen Methoden zu, von denen sie sich eine patienten- sowie körperfreundlichere Behandlungsweise erhoffen.

Bei diesem Widerspruch handelt es sich um ein tief liegendes philosophisches Problem unserer Gesellschaft: er reflektiert den inneren Widerspruch zwischen Krankheit und Gesundheit, unserer Unterscheidung von Subjekt (Selbst) und Objekt (Fremd) sowie von Subjekt (Kopf und Denken) und Objekt (Körper), von Innen und Außen. Ich habe ausführlich dazu in meinem Artikel “Philosphie der Krankheit” in dieser Ausgabe der Treff-Räume Bezug genommen (Seite 8) und auf die geschichtlichen Entstehungszusammenhänge verwiesen.

Auch wenn die alternativen Therapien eine patienten- und körperfreundliche Behandlungsweise anbieten, unterschieden sie sich doch in ihrer Grundeinstellung zur Krankheit und ihrem Verständnis vom äußeren Feind nicht wesentlich von der Schulmedizin. Der Patient wird freundlicher und ganzheitlicher im Sinne von allumfassender behandelt, unterschiedliche Ansätze verschiedener Disziplinen werden in Betracht gezogen. Aber auch bei den Alternativen ist das Diagnose-Denken vorherrschend, welches in der Regel ebenso linear verstanden wird wie die klassische Schulmedizin.

Die geschichtliche Entwicklung unseres Verhältnisses zu Gesundheit und Krankheit habe ich ausführlicher im Artikel zur Philosophie von Gesundheit und Krankheit beschrieben. Ein weiterer geschichtlicher Faktor in der biologischen Forschung ist jedoch prägend für das Kriegsverständnis in der modernen Medizin. Vor ca. 140 Jahren suchten zwei französische Wissenschaftler nach der Ursache der Gärung. Die Ergebnisse ihrer Forschungen führte dann zu der heute noch allgemein anerkannten Bakterientheorie. (Eine ausführliche Auseinandersetzung mit dem Thema wurde von Dr. Heidi Kölle in espacio time Nr.3/96 vorgenommen.) Louis Pasteur, Chemiker und Physiker (1822 - 1895) - einer der beiden Forscher - erkannte, daß in der Luft befindliche Mikroorganismen (später Bakterien genannt) Gärung verursachten, vertrat später die Theorie, daß verschiedene Bakterien verschiedene Krankheiten verursachten. Pasteur ignorierte die Mikroorganismen innerhalb der Zellen, die ebenfalls Gärung verursachen und darüber hinaus andere wichtige biologische Aufgaben und Funktionen erfüllen.

Sein Kollege Bechamp vertrat die Meinung, daß sich Mikrozymasen bzw. deren evolutionäre Formen (Bakterien) bei der Zersetzung pflanzlicher oder tierischer Körper freisetzen und so in die Luft gelangten. Diese Mikrozymasen oder Zellkörnchen lösen nach Bechamp die Gärung aus und entwickeln sich ständig zu Bakterien. Ist das Gewebe gesund, fördern sie das Leben der Zellen sowie die Integrität der Zellen. Sind die Zellen jedoch geschädigt, bringen sie kranke Mikrozyasmen hervor, die sich dann zu kranken Bakterien entwickeln können. Er wies nach, daß Bakterien auf ganz verschiedenen Nährböden wachsen und Gestalt und Funktion ändern, um sich dem jeweiligen Nährboden anzupassen. Die Bakterien spiegeln also die Bedingungen wider, denen sie ausgesetzt sind.

Der große Unterschied zwischen den beiden Forschern besteht darin, daß Pasteur lehrte, daß die Bakterien die Krankheitserreger seien, während Bechamp lehrte, daß die Krankheit die Bakterien hervorbringt. Pasteur hatte einen großen Einfluß und aufgrund der Vereinfachungen von Pasteurs Theorien wurden sie bereitwillig aufgenommen und verbreitet. Er selbst war kein Biologe, wußte von den Lebensprozessen nur wenig und hatte große Angst vor Infektionen und glaubte an die Aggressivität der Bakterien. Es wurde die Idee akzeptiert, daß die Bakterien uns angreifen und zur Vernichtung unserer Gesundheit führen Hundert Jahre nach Pasteurs Tod erlaubte der letzte männliche Nachfahre die Freigabe von Pasteurs Notizbüchern. Nach zwanzigjährigem Studium der über 100 seiner Notizbücher wurden Pasteur jetzt viele Unregelmäßigkeiten und unwissenschaftliche Methoden nachgewiesen. Pasteur verfiel dem Fehler vieler Wissenschaftler: hatte er eine Idee, die ihm zusagte, wurden alle Versuche nur auf die Beweisführung aufgebaut, widersprüchliche Informationen wurden ignoriert und unter den Tisch gekehrt. Pasteur ist jedoch bei weitem nicht der einzige Wissenschaftler, der im Namen der Wahrheit gelogen hat und damit die ganze Welt irreführte. Fredericco Di Trocchio deckte in seinem Buch “Der große Schwindel” Lügen von Ptolemäus, Galilei, Newton, Mendel und anderen großen Wissenschaftlern auf. “Lug und Trug mit Doktorhut”, so ein Artikel des Focus, scheint durchaus alltägliches Handeln vieler “großer” Wissenschaftler zu sein.

Cynthia Couroyer, amerikanische Forscherin, die sich jahrelang mit den Auswirkungen von Impfungen beschäftigte, kam zu folgender Schlußfolgerung: “Die Bakterientheorie gefällt dem menschlichen Ego sehr gut. Die meisten von uns glauben gern, daß die Krankheiten, an denen wir leiden, das Werk äußerer Kräfte sind - ebenso wie wir gern das Pech für unsere Fehlschläge verantwortlich machen.” Die Reaktion der “äußeren Feinde” auf alle äußeren menschlichen Errungenschaften wie Penizillin, Antibiotika etc. zeigt, daß sie sich nicht einfach vom Menschen “ausrotten” lassen, sondern sich ihren Platz in der Welt behaupten: sie werden resistent. In Singapore z.B. wirkt z.Zt. nur noch ein einziges Antibiotikum, die Bakterien reagieren auf alle anderen mit Resistenz. Das anfangs so wirkungsvolle Penizillin hat weltweit in ca. 78 % aller Fälle die Wirkung schon verloren, die Erreger sind ebenfalls resistent gegen Penizillin.

Hätte sich die Lehre von Bechamp zu seiner Zeit durchgesetzt, daß die Krankheiten die Bakterien hervorrufen und nicht umgekehrt, hätten wir eine viel größere Eigenverantwortung für unsere Gesundheit. Ähnlich wie die Bakterien nach Bechamps Verständnis, passen sich die Menschen dem Nährboden der jeweiligen Gesellschaft an, lassen sich vorgeben, ob Krankheit von innen oder außen kommt. Die von den Wissenschaftlern verbreiteten Thesen werden von der jeweiligen Umwelt immer entsprechend ihrem Bewußtseinsstand aufgenommen. Jeder, der seiner Zeit voraus ist, weiß wie schwierig es ist, neue Erkenntnisse, die den derzeit gültigen widersprechen, nach außen zu vertreten und durchzusetzen. Viele Wissenschaftler nutzen deshalb Imagination und verbiegen oft auch die Wahrheit, um ihre Ideen und Erkenntnisse “salonfähig” zu machen. Andere wollen sich unbedingt mit ihren Theorien durchsetzen und beweisen. Unabhängig von der persönlichen Motivation dieser Menschen, ihre Ideen fallen ja auf den Nährboden der Gesellschaft und des jeweiligen gesellschaftlichen Bewußtseins. Louis Pasteurs Theorie des Feindes von außen entsprach dem damaligen Weltbild, dem allgemeinen Bewußtseinstand und wurde deshalb bereitwillig von den anderen Forschern und der Gesellschaft angenommen. Pasteur war ein sehr angesehener Mann und in einer autoritären Gesellschaft werden Theorien von Koryphäen bereitwilliger akzeptiert als Theorien von wenig oder unbekannten Forschern. Die hohe Kunst des Fälschens, so Di Trocchio, besteht darin, Ergebnisse zu erzielen, “die man aufgrund des erreichten Wissenschaftsstandes in hohem Grade für wahrscheinlich hält.”

Viele neue Heilungsansätze berichten über eine “Heilung durch geistige Kräfte”. Es handelt sich um Berichte von Schwerkranken, dem Tode nahe, die das Todesurteil nicht annahmen, sondern sich ihre eigene Therapie verschrieben: Der ungarische Komponist Bela Bartok befand sich im Endstadium der Leukämie, als er den Auftrag erhielt, ein neues Orchesterstück zu schreiben. Die Krankheit kam zum Stillstand, der Komponist konnte sogar die Erstaufführungen miterleben. Der amerikanische Publizist Norman Cousins litt an einer fortschreitenden schweren Erkrankung der Wirbelsäule. Das Todesurteil seines Arztes verweigerte er und verordnete sich selber eine Therapie aus Vitamin C und Lachen, in dem er sich tagelang alte Hollywood Komödien ansah. Norman Cousins genas und führte bald wieder ein normales Leben. Die 9-jährige Marsha Hunt lag in der eisernen Lunge und überhörte, wie die Ärzte den Eltern mitteilten, daß sie nicht mehr lange zu leben hätte. Dieses förderte jedoch nur ihren Lebenswillen, sie stellte sich von nun an täglich vor, daß sie wieder gesund im Sonnenschein umhertollen würde. Nach einiger Zeit verbesserte sich ihre Gesundheit und sie wurde später tatsächlich wieder gesund. Solche Fälle gibt es zu Tausenden (auch in meiner eigenen Familie). Heilung ist hier als eine “Gemeinschaftsarbeit von Leib und Seele” anzusehen.

Eine Untersuchung über den Sinn + Unsinn von Doppel-Blind-Studien bestätigt diesen Ansatz. Wir haben auch in der letzten espacio time in der Rubrik Kunterbunte Neuigkeiten über das Schul-Experiment mit den gelobten und beschimpften Bohnen berichtet. Beschimpfte Bohnen wuchsen deutlich langsamer und hatten wesentlich weniger Früchte als gelobte Bohnen. In einem anderen Experiment wurden vier Kaninchen-Gruppen mit Krebs folgendermaßen behandelt: eine Gruppe wurde nur mit Medikamenten behandelt und von den Forschern nicht begrüßt, gestreichelt, etc. Die andere Gruppe erhielt Placebos und wurde ebenfalls von den Forschern nicht begrüßt, behandelt etc. Die dritte Gruppe erhielt Medikamente und wurde von den Forschern begrüßt, gestreichelt und mit ihnen gesprochen, die vierte Gruppe erhielt keine Medikamente, es wurde auch mit ihnen gesprochen, sie wurden begrüßt und gestreichelt. Das Ergebnis war, daß die Kaninchen der beiden letzten Gruppen zu fast dem gleichen Prozentsatz über 60 % gesundeten, während nur 15 % der Kaninchen der ersten Gruppen gesund wurden.

Amerikanische Untersuchungen zur Krebsbehandlung bei Menschen weisen ähnliche Tendenzen auf. Wird bei Krebskranken vor der Chemotherapie ein Essen verabreicht, welches sie besonders mögen oder ein Brandy oder etwas Süßes gegeben, jedenfalls etwas, was der Patient sehr mag, schlägt die Chemotherapie viel besser an und die Nebenwirkungen sind wesentlich geringer. Außerdem läßt sich bei der Behandlungsmethode auch die nachfolgende Medikation herabsetzen und die Wirkung der Medikamente bleibt trotz der geringeren Dosierung gleich.

Die östlichen Medizinrichtungen haben eine grundsätzlich andere Philosophie: jeder Körper hat eine ihm eigene Schwingungsfrequenz und die Mediziner sehen es als ihre Aufgabe an, wenn die Schwingungsfrequenz des Körpers gestört ist, ihm zu helfen, seine eigene, für ihn gesunde Schwingungsfrequenz wieder zu erreichen.

Zusammenfassend läßt sich sagen, daß die Gesundungsrate bei allen Krankheiten sehr viel höher liegt, wenn mit dem kranken Menschen Kontakt aufgenommen, ihm gut zugeredet, er angenommen und unterstützt und wenn er nicht auf eine Diagnose reduziert behandelt wird. Ein kranker Körper reagiert besonders empfindlich auf jede Behandlung und wenn er zum Objekt degradiert, mit einer Kriegssprache überschüttet und als Teil einer Armee angesehen wird, ist dieses mit Sicherheit für den Betroffenen energetisch erschwerend und eher krankmachend und nicht unterstützend. Die zunehmende Unzufriedenheit der Bevölkerung mit dem medizinischen System wird so völlig verständlich.

Wir haben gesehen, daß die äußere Zuwendung einen großen Einfluß auf den Heilungsprozeß hat, die eigene innere Zuwendung hat nicht nur eine weitere Beschleunigung des Heilungsprozesses zur Folge, sondern kann sogar der Auslöser für medizinisch unerklärbare Spontanheilungen sein. Je mehr wir uns auf uns selbst einlassen, desto mehr stellen wir eine Verbindung zwischen Körper, Geist und Seele her und gehen damit in Kontakt mit den Heilkräften aus unserem eigenen Energiefeld. Dies ist oft ein langsamer Prozeß, da wir soviel aufzuräumen haben, Ideen, Konzepte und Strukturen, die wir von der Gesellschaft übernommen haben. Jeder einzelne, der seine innere Einstellung zu Krankheit verändert, hat damit auch Einfluß auf die Veränderung der gesellschaftlichen Strukturen.

Christa Muths
B.Sc., M.A., M.Sc.,
Leiterin von espacio, Int. Centre for Holistic Studies
Herausgeberin von Treff-Räume espacio time
 

Literatur:

Das Immunsystem, Time Life 1994;
Michael Weiner Ph.D., Maximum Immunity, 1989;
Dr. med. Juchheim, Immun, München 1992;
dtv-Atlas der Physiologie, 1996;
Harris L. Coulter: Impfungen, der Großangriff auf Gehirn und Seele, 1995;
Fredericco Di Trocchio, Die hohe Kunst des Fälschens;
Thorwald Dethlefsen, Krankheit als Weg, 1996.

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