Ökologie

Schutzprogramme für brasilianischen Regenwald aussichtslos

Bisherige Schutzprogramme zur Erhaltung des brasilianischen Regenwaldes haben keine Aussicht auf Erfolg gegenüber den Interessen von Politik und Wirtschaft. Dies ist das Ergebnis einer umfassenden Studie, die ein internationales Forscherteam in der aktuellen Ausgabe des Magazins "Science" veröffentlicht hat. Der Untersuchung zufolge werden in den nächsten 20 Jahren möglicherweise mehr als 95 Prozent des Regenwaldes verschwinden. Hauptgrund für die Zerstörung ist die Holzindustrie, der Bergbau und die Ausweitung der Landwirtschaft.

Laufende Schutzprogramme haben zwar unübersehbare Erfolge, machen längerfristig jedoch keinen Sinn. "Wir werden den weltweit größten Regenwald verlieren", schreibt der beteiligte Wissenschaftler Scott Bergen von der Staatsuniversität Oregon. "Dies geschieht trotz einiger sinnvoller Schutzprogramme, etwa dem Ökotourismus und der nachhaltigen Forstwirtschaft."

Die Entwaldung des Amazonas-Beckens schreitet zwar schon lange voran, doch die genauen Ursachen sind bislang nicht zusammenhängend erforscht worden. In der vorliegenden Studie untersuchten die Forscher die Auswirkungen vieler Faktoren, wie etwa Straßenbau, Landwirtschaft und Holzbewirtschaftung. Die Entwaldungs-Geschwindigkeit in Brasilien ist die höchste der Welt und nimmt jährlich um etwa 25 Prozent zu.

Frieder Graef

24.01.2001

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